Lkw-Lärm in Baldenaustraße und Berliner Ring

Bürger gehen auf Barrikaden

RA today: Anwohner des Berliner Rings und der Baldenaustraße (Bild) beklagen sich massiv über den Lkw-Verkehr. Foto: Franz Sachse
Anwohner des Berliner Rings und der Baldenaustraße (Bild) beklagen sich massiv über den Lkw-Verkehr. Foto: Franz Sachse

„Es reicht!“ Ein Flugblatt mit dieser Überschrift kursiert derzeit im Bereich des Rastatter Wohngebiets Baldenau. Namentlich genannte Verfasser des Hilferufs sind Olaf Bläsen und Günter Hummel. Die beiden Anwohner des Berliner Rings und der Baldenaustraße wollen den Verkehrslärm nicht länger hinnehmen, den Lastwagen bei der Vorbeifahrt an ihren Häusern verursachen.

E-Mail-Adresse eingerichtet

„Sie haben auch das Gefühl, dass immer mehr schwere Lkw durch Ihr Wohnzimmer fahren? Dann sage ich, Sie täuschen sich nicht“, steht in dem Flugblatt zu lesen, mit dem Olaf Bläsen und Günter Hummel Mitbürger dazu aufrufen, ihre Meinung zu äußern. Dafür haben sie eigens die E-Mail-Adresse ruhe-ohne-lkw@web.de eingerichtet.

Lkw-Verbot und Tempo 30 gefordert

Die Flugblatt-Verfasser fordern ein Durchfahrtsverbot für schwere Lkw im Berliner Ring sowie in der Baldenaustraße und zusätzlich die Ausweisung von Tempo 30 im Kurvenbereich. Außerdem wünschen sie sich „eine Möglichkeit, die Straße an einer oder besser zwei Stellen gefahrlos überqueren zu können, z.B. durch Zebrastreifen.“

Eine Querungshilfe fordern Anwohner für den Berliner Ring. Foto: Franz Sachse
Eine Querungshilfe fordern Anwohner für den Berliner Ring. Foto: Franz Sachse

Stadt sieht keinen Handlungsbedarf

Im Vorfeld hatte sich Olaf Bläsen bereits mehrfach an Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch gewandt. Mit der Antwort aus dem Rathaus ist er aber nicht zufrieden. Nach Darstellung des Stadtoberhauptes wird die besagte Strecke laut Messungen wöchentlich nur von maximal 95 Lastwagen genutzt. Deshalb gebe es für ein Lkw-Durchfahrtsverbot keine Grundlage. Der Berliner Ring und die Baldenaustraße profitierten auch vom Lkw-Durchfahrtsverbot an der Tunnelkreuzung B 462/B 3/B 36 in Richtung Innenstadt, so der Verwaltungschef.

SPD-Fraktion schaltet sich ein

Jetzt hat sich die SPD-Fraktion im Rastatter Gemeinderat eingeschaltet. Deren Vorsitzender Joachim Fischer geht davon aus, dass die von der Stadt gemessene, geringe Lkw-Anzahl aus der Zeit vor dem Baubeginn an der Tunnelkreuzung B 3/B 36/B 462 stammt und fragt in einem Schreiben an den Oberbürgermeister, ob sich dieser Wert inzwischen verändert habe. Außerdem will er wissen, wie die Stadtverwaltung zur Tempo-30-Forderung im Kurvenbereich steht, ob das Lkw-Durchfahrtsverbot Richtung Innenstadt kontrolliert wird und welche Ergebnisse Geschwindigkeitsmessungen in diesem Bereich zeigen.

Zu guter Letzt bittet Joachim Fischer den Oberbürgermeister um Auskunft, wie die Stadtverwaltung zu den vorgeschlagenen Querungshilfen im Berliner Ring steht, beispielsweise im Bereich des Übergangs zum Ötigheimer Wald.

Auch die anderen Gemeinderatsfraktionen sind zwischenzeitlich mit dem Thema konfrontiert worden.

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