Insektengifte Thiacloprid und Thiamethoxam weiterhin erlaubt

NABU kritisiert erneute Zulassung

RA today: Das Insektengift Thiacloprid schädigt Wild- und Honigbienen. Foto: Ippicture / Pixabay
Das Insektengift Thiacloprid schädigt Wild- und Honigbienen. Foto: Ippicture / Pixabay

In der vergangenen Woche hat die EU-Kommission ihren Beschluss veröffentlicht, die Zulassung für 23 Pestizide um ein weiteres Jahr zu verlängern. Mit dabei sind die Insektengifte Thiacloprid und Thiamethoxam, die zur Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide gehören. „Thiacloprid gilt für Menschen als reproduktionstoxisch und möglicherweise krebserregend. Es schädigt auch Wild- und Honigbienen“, kritisiert NABU-Landeschef Johannes Enssle den Beschluss.

„Gifte werden verharmlost“

Nicht die Umwelt, sondern die Lobbyinteressen und Umsatzziele großer Konzerne stünden offenbar im Vordergrund. „Gifte wie Thiacloprid werden verharmlost und als Bienenunschädlich gekennzeichnet, obwohl sie es nachweislich nicht sind“, sagt Johannes Enssle. Für die Landesregierung erhöhe sich damit der Druck, bis zum endgültigen Verbot von Neonicotinoiden rasch auf anderen Feldern zu handeln, um die Giftmenge nachhaltig zu reduzieren. „Sofortmaßnahmen sind eine verbesserte landwirtschaftliche Beratung und eine konsequente Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes“, erklärt der NABU-Landeschef.

Baden-Württemberg: 50.000 Hektar Land pro Jahr betroffen

Im Südwesten werden nach Recherchen des NABU jedes Jahr rund 4,3 Tonnen des Insektengifts Thiacloprid ausgebracht. Bereits wenige Milliardstel Gramm dieses Wirkstoffes reichen jedoch aus, um Wild- und Honigbienen erheblich zu schädigen. In Baden-Württemberg wird das Insektengift Thiacloprid vor allem im Raps-, Weizen-, Apfel- und Kartoffelanbau benutzt – auf insgesamt rund 50.000 Hektar pro Jahr.

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