Keine Oberleitungen vor der Wohnbebauung in Kuppenheim-Oberndorf

Protest bringt Teilerfolg

RA today: Die Oberleitungs-Teststrecke auf der B 462 beginnt nun erst nach Kuppenheim-Oberndorf. Foto: Siemens
Die Oberleitungs-Teststrecke auf der B 462 beginnt nun erst nach Kuppenheim-Oberndorf. Foto: Siemens

Die schlechte Nachricht aus Kuppenheimer Sicht: Die Teststrecke für Elektro-Lkw auf der B 462 kommt. Die gute Nachricht: Aufgrund der Proteste der Anwohner in Oberndorf und Bürgermeister Karsten Mußlers Einsatz, der selbst in Stuttgart vorstellig wurde, ändert das Verkehrsministerium nun die Pläne. Der Abschnitt zwischen dem Möbelhaus Möbel-AS und dem Ortsausgang wird nicht elektrifiziert. Das bedeutet für die Anwohner in der Oberndorfer Lindenstraße, dass die Leitungsmasten nicht mehr 30 Meter vor ihren Schlafzimmern beginnen. Die Elektrifizierung erfolgt nun ausschließlich auf freier Strecke.

Keine Oberleitungsmasten vor Oberndorf. Anwohner können aufatmen. Karte: Ingenieurbüro Wegweiser

Oberleitungstechnologie als Teststrecke auf der B 462

Auf sechs Kilometern will das Landesverkehrsministerium eine Stromtrasse auf der B 462 installieren, die zur Erforschung einer modernen Version der Oberleitungstechnologie dient. Neu ist, dass die Fahrzeuge nicht permanent mit der Stromleitung verbunden sein müssen. Andere Verkehrsteilnehmer können die Stecke wie gewohnt nutzen.

Aufladen beim Fahren

Das ist geplant: Elektro-Diesel-Hybridfahrzeuge docken mit einem Stromabnehmer an die Oberleitungen an. Auf der 4,5 Kilometer langen Strecke zwischen Kuppenheim-Oberndorf und dem Unimog-Museum in Bad Rotenfels werden die Lkw auf diese Weise mit Strom versorgt und laden gleichzeitig ihre Akkus auf. Bis Gaggenau-Ottenau fahren sie mit der gespeicherten Energie, dann folgt eine weitere 1,6 Kilometer lange Trasse mit Oberleitungen. Insgesamt legen die Testfahrzeuge, die zwischen dem Industriegebiet Kuppenheim und Gernsbach-Obertsrot pendeln, eine Strecke von 18 Kilometern je Fahrt zurück.

Die Daimler AG beteiligt sich ebenfalls am Projekt und testet rein batteriebetriebene Fahrzeuge auf der Strecke. So kann der Elektrobetrieb von Hybridfahrzeugen, reinen Stromern und der parallel laufenden Stadtbahn unter realistischen Konditionen verglichen werden.

Technologie wird untersucht

Ob sich mit der oberleitungsgestützten Hybridtechnologie tatsächlich Schadstoffemissionen reduzieren und Lärm mindern lassen, wollen Land und Bund bei dem dreijährigen Testbestrieb im normalen Straßenverkehr auf der B 462 herausfinden. Im Rahmen eines Forschungsprojektes werden die Zuverlässigkeit der Technologie sowie verkehrs- und energietechnische Aspekte untersucht. Die Infrastrukturkosten für das Projekt betragen 17,6 Millionen Euro. Der Bund steuert eine Förderung von 16,8 Millionen Euro bei, das Land trägt einen Eigenanteil von 800.000 Euro.

 

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