Daimler-Machbarkeitsstudie im Entwurf fertig

Kompromiss gefunden

RA today: Die Zukunft des Mercedes-Benz-Werks Rastatt scheint gesichert. Foto: Florian Bayer
Die Zukunft des Mercedes-Benz-Werks Rastatt scheint gesichert. Foto: Florian Bayer

Zur Weiterentwicklung des Mercedes-Benz-Werks Rastatt ist ein erster großer Schritt getan. Nach einjähriger, intensiver Arbeit wurde jetzt der Entwurf der Machbarkeitsstudie vorgelegt. Der Gemeinderat hat das umfassende Werk in einer Sondersitzung am Donnerstag, 19. Juli, offiziell zur Kenntnis genommen. Nun gilt es, in den Fraktionen darüber zu beraten. Eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen soll das Gremium laut OB Hans Jürgen Pütsch am 17. September dieses Jahres treffen.

Die erzielten Vereinbarungen in der Übersicht.

Bei einer Pressekonferenz zeigten sich alle am Verfahren Beteiligten über den erzielten Kompromiss mehr als zufrieden. OB Hans Jürgen Pütsch sprach von einem sehr transparenten und offenen Prozess. Man habe zwar kein fertiges Produkt auf dem Tisch, aber den „Fokus auf den Zentralbereich eingeengt.“

Thomas Geier, Standortverantwortlicher für das Mercedes-Benz-Werk Rastatt, war förmlich anzusehen, dass er mit dem Ergebnis gut leben kann. „Es ist nicht das Idealmodell, aber eine gute Lösung“, sagte er sichtlich gut gelaunt. So kann Daimler – wie gewünscht – einen zwölf Hektar großen Teilbereich des im Süden des Werkes gelegenen Landschaftsschutzgebietes nutzen. Das bedeutet, dass dort befindliche Ackerflächen aufgegeben werden müssen, auch das Ristorante Schützenliesel braucht einen neuen Standort. Zusätzlich kann sich der Autobauer in südöstlicher Richtung ausbreiten, wo sich bisher die Kleingartenanlage Oberwald und die Stadtgärtnerei befinden. Für alle Betroffenen sollen Ersatzflächen gesucht werden.

Auf dem Werksgelände wiederum ist eine sogenannte Nachverdichtung geplant. So könnten die Fahrzeuge der Beschäftigten künftig in noch zu bauenden Parkdecks untergebracht und die dadurch frei werdenden Flächen für die Produktion genutzt werden. Außerdem will Daimler durch unterschiedliche Maßnahmen dafür sorgen, dass noch mehr Benzler Fahrgemeinschaften bilden, vor allem aber mit Bahn, (Pendel-)Bus und Fahrrad zur Arbeit kommen.

RA today: Der rot umrandete Bereich umfasst die Kleingartenanlage Oberwald und die Stadtgärtnerei. Quelle: Daimler AG
Der rot umrandete Bereich umfasst die Kleingartenanlage Oberwald und die Stadtgärtnerei. Quelle: Daimler AG

„Für beide Seiten tragbar“ nannte Prof. Gunter Kaufmann vom Landesnaturschutzverband (LNV) den Entwurf der Machbarkeitsstudie. Die Gespräche seien auf einer sachlich, fairen Ebene verlaufen, der dabei gefundene Weg könne „zu einer sehr guten Lösung führen.“  Gleichwohl stehe noch viel Arbeit an, um die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen zu vereinbaren.

Ähnlich äußerte sich auch Regionalgeschäftsführer Hartmut Weinrebe vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Der Naturschutz sei ernst genommen worden“, bestätigte er Gespräche auf Augenhöhe. Insbesondere freute er sich, dass auf die angedachte Straßenverbindung längst des Gleisanschlusses vom Werk zur L 75 (Kehler Straße) verzichtet wird. Sie hätte durch das Rastatter Bruch geführt, eine der letzten Flächen, wo noch Ruhe herrsche, ergänzte Martin Klatt vom Naturschutzbund (NABU). „Dass diese Straße nicht gebaut wird, dürfen wir uns auf die Fahnen schreiben.“

Auf dieser Fläche im Süden des Werkes soll die Erweiterung erfolgen.

Positiv aus Sicht der Umweltverbände ist auch, dass die im Süden des Werkes verbleibende Fläche vom Landschafts-zum Naturschutzgebiet heraufgestuft wird. Auch zu möglichen Kompensationsmaßnahmen, zum Beispiel im Rastatter Bruch, längs des Riedkanals und in der Rastatter Rheinaue, gibt es bereits erste Überlegungen. Diese sollen nach der Sommerpause erörtert werden. Auch soll dann ein Mobilitätskonzept zur Verringerung des Straßenverkehrs auf den Weg gebracht werden.

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