Erwin Markowsky deckt IT-Schwachstellen auf

Profi-Hacker sorgt für Staunen

RA today: Der Profi-Hacker zeigt live, wie leicht er an Handydaten der Zuschauer im Saal gelangen kann. Foto: Florian Bayer
Der Profi-Hacker zeigt live, wie leicht er an Handydaten der Zuschauer im Saal gelangen kann. Foto: Florian Bayer

Normalerweise hackt er Firmennetzwerke – ganz legal im Auftrag der jeweiligen Unternehmen. Jetzt war Erwin Markowsky auf Einladung der Sparda-Bank-Stiftung in Rastatt zu Gast. Gleich zum Auftakt seines 90-Minuten-Vortrags knackt der IT-Sicherheitsexperte die ins WLAN eingeloggten Handys seiner Zuschauer – und schon hat er die volle Aufmerksamkeit des Publikums in der gut besuchten BadnerHalle.

Keine Software ohne Fehler

Warum es Cyber-Kriminellen relativ leicht gemacht wird, verdeutlicht Erwin Markowsky an Beispiel eines iPhone 5. Dessen Software würde ausgedruckt 140.000 Seiten füllen, bei größeren Smartphones sind es noch deutlich mehr. Dass alle aufgespielten Programme bei solch einer Datenfülle völlig fehlerfrei sein können, hält er für unmöglich. Jede einzelne Lücke aber kann ein Einfallstor sein.

Handy-Kamera abkleben!

An einem anderen Mobiltelefon demonstriert Erwin Markowsky, dass selbst ein vermeintlich ausgeschaltetes Gerät auf Empfang sein kann, sprich alles in seiner Umgebung mithört. Auch die Handy-Kamera kann problemlos manipuliert werden. Der Profi-Hacker rät deshalb, das Objektiv abzukleben, wenn es nicht benötigt wird. Noch wichtiger ist es, angebotene Firmware-Updates sofort auszuführen und nicht auf „später“ zu klicken.

RA today: Erwin Markowsky: Keine Handy-Software ist fehlerfrei. Foto: Florian Bayer
Erwin Markowsky: Keine Software ist fehlerfrei. Foto: Florian Bayer

„Jede zweite App hat Zugriff auf Kamera und Mikrofon“, weist Erwin Markowsky auf ein weiteres Sicherheitsrisiko hin. Sein Rat: Alle Berechtigungen ausschalten, die nicht wirklich erforderlich sind, sonst finden sich private Aufnahmen möglicherweise ungewollt im Internet wieder.

Whatsapp lässt Pornofilme zu

Und auch dieser Hinweis lässt aufhorchen: Während Facebook Nacktbilder nicht zulässt, können über Whatsapp sogar Pornofilme problemlos verschickt werden. Da hilft es auch nicht, dass das Mindestalter für Nutzer dieses Messengers inzwischen auf 16 Jahre heraufgesetzt wurde. Übrigens, auch manche Smart-Fernsehgeräte besitzen eine oder mehrere Kameras, die ungefragt das Geschehen auf der Wohnzimmercoach beobachten. Abkleben! Einen besseren Ratschlag gebe es nicht, meint der IT-Experte.

Apps nur aus offiziellen Stores laden

Erwin Markowsky hat noch viele weitere, praktische Tipps parat: Ein völlig normal aussehendes PDF kann einen Trojaner enthalten. Deshalb genau überlegen, ob man draufklickt! Gleiches gilt für SMS von unbekannten Absendern. Öffentliche WLAN-Hotspots sollte man grundsätzlich meiden, Apps nur aus offiziellen Stores laden und vor allem sichere Zugangscodes verwenden.

Noch immer ist „1,2,3,4,5“ das in Deutschland am meisten genutzte Passwort. Besser ist es aber, sich einen Merksatz auszudenken, in dem mindestens zwölf kleine und große Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen vorkommen. Zum Beispiel: Meine Katze ist im August 2015 geboren und heißt Fritzi! Und schon hat man ein sicheres Passwort, das man sich merken kann: MKiiA2015guhF!

Viele weitere wichtige Infos finden sich auf der Website spardasurfsafe.de.

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