In Förch aufgefundene Leiche gibt weiterhin Rätsel auf

Ein Fall von Kälte-Idiotie?

Symbolfoto: Franz Sachse

Polizei und Staatsanwaltschaft haben noch immer keine endgültige Erklärung dafür, warum der im Gewann Murgerstal in Förch tot aufgefundene Mann völlig nackt war (RA today berichtete). Eine Theorie ist, dass sich der 59-jährige kurz vor dem Erfrieren selbst ausgezogen haben könnte.

Mediziner sprechen in diesem Fall von Kälte-Idiotie oder paradoxem Entkleiden. Dazu kann es kommen, wenn sich bei großer Kälte die Gefäße insbesondere an Händen, Füßen, Nase und Ohren stark zusammenziehen. Das ist ein normaler Reflex, um die lebenswichtigen Organe zu schützen.

Erfrierender empfindet große Wärme

Kühlt jedoch der gesamte Körper aus, weiten sich irgendwann die Gefäße wieder. Das Blut strömt dann schlagartig in die Extremitäten zurück. Dadurch empfindet der Erfrierende plötzlich eine große Wärme, beginnt zu schwitzen und zieht sich aus. Die Körpertemperatur ist zu diesem Zeitpunkt aber in aller Regel schon so weit abgefallen, dass sich der Betroffene nicht mehr selbst aus seiner Notlage befreien kann.

Keine Kleidungsstücke gefunden

Gegen diese Theorie spricht allerdings, dass im Umkreis des bei Förch entdeckten Leichnams keine Kleidungsstücke gefunden worden sind. Die Ermittlungen gehen deshalb weiter. Ungeklärt ist ebenfalls noch, wie lange der leblose Mann schon am Fundort lag.

Toxikologisches Gutachten

Entgegen einer ersten Aussage wollen die Behörden inzwischen nicht mehr völlig ausschließen, dass Alkohol im Spiel war. Daher wurde ein toxikologisches Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem der Tote zusätzlich auf Drogen, Medikamente und weitere Stoffe untersucht werden soll. Bis erste Ergebnisse vorliegen, kann es laut Staatsanwaltschaft allerdings „ein bis zwei Monate oder länger dauern.“

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