Alohra-Sanierung mit vielen Fragezeigen verbunden

Kosten nicht abschätzbar

RA today: Das Licht geht im Alohra so schnell nicht aus. Trotz des hohen Sanierungsbedarfs kann das Hallenfreibad noch einige Jahre betrieben werden. Foto: Lars Brandenburg
Das Licht geht im Alohra so schnell nicht aus. Trotz des hohen Sanierungsbedarfs kann das Hallenfreibad noch einige Jahre betrieben werden. Foto: Lars Brandenburg

Das Rastatter Hallenfreibad Alohra ist zwar in vielerlei Hinsicht stark sanierungsbedürftig, der Betrieb ist aus heutiger Sicht aber noch für einige Jahre sichergestellt. Zu diesem Ergebnis kommt der Sachverständige Dr. Thomas Duzia (Wuppertal), der ein aktuelles Gutachten zum baulichen und energetischen Zustand des Bades erstellt und die Ergebnisse in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses vorgestellt hat.

Umfangreicher Sanierungsbedarf

Bereits altersbedingt – der Hauptteil des Alohra ist Baujahr 1970, die Erweiterung aus dem Jahr 1999 – und wegen zahlreicher einzelner Unzulänglichkeiten bestehe ein umfangreicher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf, so der Sachverständige. Zu den baulichen Mängeln gesellt sich der Umstand, dass das Gebäude nicht den aktuellen Anforderungen an den Wärmeschutz genügt (EnEV und EEWärmeG).

Erfolg nicht garantiert

Betonsanierung im Untergeschoss und an der Hallendecke, Sanierung der Bauwerksabdichtung, energetische Maßnahmen, Reduzierung der Wärmebrücken, Herstellen einer luftdichten Gebäudehülle, Sanierung der hohlliegenden Fliesenböden, Einbau von Sicherheitseinrichtungen auf den Dächern – die Aufzählung stellt nur einen Teil der Maßnahmen dar, die erforderlich wären, um die Funktion des Bades auf Dauer sicherzustellen.

Hierfür wäre ein Rückbau bis auf den Rohbau notwendig. Mindestens zwei bis drei Jahre würden die Arbeiten dauern, in denen das Bad nicht zur Verfügung stünde. Die Kosten sind derzeit nicht abschätzbar. Ein durchschlagender Erfolg wäre dennoch nicht garantiert, steht Thomas Duzia einer Komplettsanierung sehr skeptisch gegenüber.

RA today: Auch das Alohra-Außenbecken ist sanierunsgbedürftig. Foto: Lars Brandenburg
Auch das Alohra-Außenbecken ist sanierungsbedürftig. Foto: Lars Brandenburg

Dem Sachverständigen zufolge sind gerade die Betonsanierung und die Beseitigung der Abdichtungsmängel ein „nicht abschätzbares Risiko“. Denn aufgrund der baulichen Gegebenheiten sind die Arbeiten schwierig und kostenintensiv. Ob die Mängel dadurch tatsächlich beseitigt werden können, ist obendrein ungewiss.

Ganzheitliche Planung erforderlich

Um das Bad in Sachen Wärmeschutz auf den aktuellen Stand zu bringen, sind Energieeinsparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zu beachten. Will heißen: Es ist eine ganzheitliche Planung erforderlich, die regenerative Energien einbindet.

Statiker soll Gebäude überprüfen

Auch die Technik würde die Planer im Sanierungsfall vor enorme Herausforderungen stellen: Da die übliche Lebensdauer erreicht ist, müssten sämtliche technischen Komponenten erneuert werden. Wegen veränderter Vorgaben hätten aber beispielsweise die Lüftungsanlagen keinen Platz mehr im Untergeschoss, sie müssten aufs Dach. Für diese zusätzliche Last wären aber umfangreiche konstruktive Umbauten notwendig.

Im Falle eines Weiterbetriebs des Alohra empfiehlt Thomas Duzia dringend die Hinzuziehung eines Statikers. Außerdem müssten die Anforderungen an den Brandschutz umgesetzt werden, sagte er. Eine schier unendliche Liste von erforderlichen Maßnahmen. OB Hans Jürgen Pütsch zog daher nach dem Vortrag des Gutachters ein ernüchterndes Fazit: „Dieses Haus hat keine Zukunft!“

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