Mario-Lukas B. hat nach Meinung des Gerichts Feuer absichtlich gelegt

Brandstiftung: Sechs Jahre Haft

RA today: In diesem Haus kamen alle Bewohner zum Glück mit dem Leben davon. Foto: Beatrix Ottmüller
In diesem Haus kamen alle Bewohner zum Glück mit dem Leben davon. Foto: Beatrix Ottmüller

Sechs Jahre Freiheitsentzug wegen schwerer Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung: So lautet das Urteil des Schöffengerichts am Landgericht Baden-Baden gegen Mario-Lukas B. Außerdem muss der 26-Jährige die Kosten des Verfahrens tragen. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der ehemalige Bewohner des Hauses Rappenstraße 6 in Rastatt Mitte September vergangenen Jahres in seinem Zimmer „wissentlich und willentlich“ Feuer gelegt und dadurch Menschenleben gefährdet habe.

„Desolate Lebenssituation“

Das Tatmotiv des Mannes, der nur „widersprüchliche und sehr knappe Darlegungen“ zum Geschehen gemacht habe, liege in der „desolaten Lebenssituation“, in der sich der Angeklagte befunden habe, so das Schöffengericht. Ein starkes Indiz dafür seien die WhatsApp-Nachrichten, die Mario-Lukas B. kurz vor dem Brandausbruch an seine Tante geschickt habe (RA today berichtete). Der Angeklagte habe andere für seinen gescheiterten Werdegang verantwortlich gemacht und in einer Art Biografie seine von ihm selbst so bezeichnete „Wut auf die ganzen Menschen“ zum Ausdruck gebracht.

In diesem Dachgeschoss lebten zwei Bewohner. Foto: Feuerwehr Rastatt

Strafmindernd wirkte sich aus, dass Mario-Lukas B. nach Brandausbruch einen Notruf abgesetzt hatte, allerdings mit einer Zeitverzögerung von mehr als 20 Minuten und damit nach Überzeugung des Gerichts „deutlich zu spät“. Die acht Bewohner, die zur Tatzeit im Haus schliefen, hatten Glück im Unglück. Sie verloren „nur“ ihr Hab und Gut, sind dem Feuer aber lebend entkommen. Der Sachschaden liegt nach bisheriger Schätzung bei rund 600.000 Euro.

Keine Brandmelder

Dass der Angeklagte das Feuer zur Nachtzeit in einem mit viel Holz ausgestatteten Altbau gelegt habe, wertete das Gericht als erschwerenden Tatbestand, zumal die Wohnungen nicht mit Brandmeldern ausgerüstet gewesen seien.

Bei der Strafzumessung wurde auch berücksichtigt, dass Mario-Lukas B. vorbestraft war und bis wenige Monate vor der Brandlegung noch unter Bewährung stand. Zudem hielt das Gericht dem Angeklagten vor, dass er weder Bedauern noch Reue gezeigt habe.

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