Unmut unter den Besuchern des Stadtfriedhofs

Der weite Weg zur Toilette

Die Stadtverwaltung tut sich schwer mit dem Thema WC auf dem Stadtfriedhof. Foto: Franz Sachse

Im Rastatter Stadtfriedhof wächst der Unmut der Besucher über eine Entscheidung der Stadtverwaltung: Nachdem die öffentlichen Toiletten Anfang März erheblich beschädigt worden waren, blieben sie monatelang geschlossen.

Das separate Behinderten-WC war zwar funktionsfähig, durfte aber nur von Menschen mit Handicap benutzt werden. Nichtbehinderte mit einem dringenden Bedürfnis mussten die WC-Anlage am Bahnhof aufsuchen. Inzwischen wurden zwar die erforderlichen Reparaturen durchgeführt. Die Toiletten sollen in Zukunft aber nur noch zu bestimmten Zeiten geöffnet werden. Das verärgert so manchen Friedhofsbesucher.

„Der Weg zum Bahnhof ist unzumutbar weit“, meldete sich jetzt eine Rastatterin zu Wort. „Hin und zurück sind es rund 800 Meter oder fast 1.400 Schritte“, hat sie mithilfe ihrer Smartwatch festgestellt. Außerdem müsse sie auf dem Weg zum Bahnhofs-WC durch die Fußgängerunterführung gehen und dabei knapp 90 Stufen absolvieren. Das sei ein Unding, vor allem bei großer Hitze.

Problemfall Toiletten: Die Stadtverwaltung will sie nur noch zeitlich begrenzt öffnen Foto: Franz Sachse

Die städtische Pressesprecherin kennt das Problem, das auch schon im Online-Mängelmelder der Stadtverwaltung aufgetaucht sei. Man prüfe derzeit, zu welchen Zeiten die Toiletten künftig zur Verfügung gestellt werden können, so Heike Dießelberg auf Anfrage von RA today. Auf jeden Fall werde das Friedhofsklo bei Trauerfeiern und Beerdigungen geöffnet. Außerdem sei angedacht, den Zugang von Montag bis Donnerstag zwischen 7 und 16 Uhr sowie an Freitagen von 7 bis 14 Uhr zu ermöglichen. Außerhalb dieser Zeiten – also auch an allen Wochenenden – soll die WC-Anlage geschlossen bleiben.

Die Behindertentoilette stand auch während der monatelangen Schließung der WC-Anlage nur Menschen mit Handicap zur Verfügung. Foto: Lars Brandenburg
Die Behindertentoilette stand auch während der monatelangen Schließung der WC-Anlage ausschließlich Menschen mit Handicap zur Verfügung. Foto: Lars Brandenburg

Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Toiletten erneut beschädigt werden. Denn die Stadtverwaltung hat WC-Schüsseln und Waschbecken aus Keramik installiert. Auf eine unverwüstliche Ausstattung mit Edelstahl habe man aus Kostengründen verzichtet, so Heike Dießelberg. Es sei aber vorgesehen, diese eventuell zu einem späteren Zeitpunkt einzubauen.

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