Montag,20. Januar,2020

Auch Kriegsverbrecher liegen auf Rastatter Friedhöfen begraben

„Auf diesem Gräberfeld ruhen Tote der beiden Weltkriege“: Diese Worte sind nun auf Hinweistafeln zu lesen, die im Dezember auf den Friedhöfen in Ottersdorf und Wintersdorf und in dieser Woche auch in Plittersdorf aufgestellt wurden. Neben Soldaten und zivilen Opfern wurden auf den drei Friedhöfen elf Kriegsverbrecher bestattet, die im Jahr 1947 vom französischen Militärgericht zum Tode verurteilt worden waren.

Sollten Grabstätten von Kriegsverbrechern erhalten bleiben, oder wie könnte ein angemessener Umgang mit ihnen aussehen? Diese Fragen beschäftigten die Stadtverwaltung seit geraumer Zeit. Um Klarheit darüber zu schaffen, fand im Januar 2019 eine Ortsbegehung mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge statt. Dieser empfahl der Stadt, die Gräber als steinernes Zeugnis der Geschichte zu erhalten und mit Hinweistafeln über die Opfer und Täter zu informieren.

68 Tote der beiden Weltkriege sind insgesamt auf den Friedhöfen begraben. Ihre Gräber sollen auch zu Frieden und Versöhnung mahnen. „Auch die Schuldigen, die hier begraben sind, mögen ihre letzte Ruhe finden, obwohl sie unaussprechliches Leid über viele Menschen und ihre Familien gebracht haben“, ist etwa auf den Grabschildern zu lesen.

Die Gestaltung und die Texte der Hinweistafeln stimmte die Stadtverwaltung mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und den Ortsverwaltungen ab. Während in Wintersdorf und Plittersdorf die Tafeln auf Edelstahlpfosten angebracht wurden, finden sich die Informationen zum Kriegsgräberfeld in Ottersdorf liegend auf einem Pultstein.

In Ottersdorf finden sich die Informationen zum Kriegsgräberfeld auf einem Pultstein. Foto: Stadt Rastatt

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