Sonntag, 9. August, 2020

Auerhuhn-Küken sind durch Beerensammler gefährdet

Wo dürfen im Schwarzwald Heidelbeeren gesammelt werden? Worauf müssen Wanderer beim Sammeln achten? In der Geschäftsstelle des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord in Bühlertal gingen in den vergangenen Tagen vermehrt Anfragen zu diesem Thema ein.

Grundsätzlich gilt: Das Sammeln von Heidelbeeren in haushaltsüblichen Mengen für den persönlichen Gebrauch ist überall im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord erlaubt – mit Ausnahme der Naturschutzgebiete. Dort dürfen die ausgewiesenen Wege aber ohnehin nicht verlassen werden.

Das mit der Aufzucht befasste Auerhuhn reagiert sehr sensibel auf Störungen. Foto: Markus Varesvuo

„Wer Heidelbeeren sammelt, sollte nicht tief in den Wald eindringen. Vor allem die Lichtungen abseits der Wege sind für die Auerhuhnküken überlebenswichtig. Wiederholte Störungen können zu einer völligen Meidung von ansonsten gut geeigneten Lebensräumen durch Auerhühner führen. Und die sind im Schwarzwald leider ohnehin die Ausnahme und werden immer seltener“, bittet Matthias Mohaupt, beim Naturpark für das Projekt “Lücken für Küken” zuständig, um Rücksichtnahme. “Dringen Beerensucher tief in den Wald ein, nimmt die Henne sie als direkte Bedrohung wahr. Sie veranlasst die Küken in unterschiedliche Richtungen zu fliehen, wo sie ein leichtes Opfer für Fressfeinde werden können.”

Die Heidelbeere ist für die wenigen Auerhühner im Schwarzwald die bedeutendste Nahrungspflanze. Die Vögel fressen nicht nur die Beeren, sondern auch Blätter, Blüten und im Winter sogar die Stängel. Auerhuhnküken sind zudem in der kritischen ersten Phase ihres Lebens auf tierisches Eiweiß in Form von Insekten und deren Larven angewiesen. Diese sind in den oft reich strukturierten Halbsträuchern insbesondere an sonnigen Stellen im Wald besonders häufig zu finden.

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