Mittwoch,1. April,2020

Austausch mit Jugendamt des Landkreises: Pflegeeltern gesucht!

Im Landkreis Rastatt leben aktuell 107 Kinder im Alter von null bis 19 Jahren in der Vollzeitpflege, das heißt sie leben dauernd bei Pflegeeltern. In Heimen und sonstigen betreuten Wohnformen sind rund 170 weitere junge Menschen untergebracht. Das erfuhr jetzt der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker bei einem Gespräch mit dem Jugendamt des Landkreises Rastatt. Im Fokus des Termins mit Sozialdezernent Stefan Biehl, Jugendamtsleiter Gerald Maisberger und Sachgebietsleiter Michele Sforza stand die Arbeit des Pflegekinderdienstes.

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, weshalb sich Eltern nicht um ihre leiblichen Kinder kümmern können, dürfen oder wollen, sagte Stefan Biehl. Darunter fallen zum Beispiel Alkohol- oder Drogensucht, Gewalttätigkeit oder psychische Probleme.

„Wir sind mit unseren Pflegefamilien sehr zufrieden, sind aber ständig auf der Suche nach weiteren Pflegeeltern“, so Gerald Maisberger. Die Akquise von Pflegeeltern laufe über Informationsabende, Presseartikel, Flyer und Newsletter. Auch Vorbereitungsseminare, Fortbildungen und eine enge Betreuung durch das Jugendamt spielten eine wichtige Rolle, erläuterte der Jugendamtsleiter.

Finanzielle und persönliche Unterstützung

„Für Kinder und Jugendliche ist eine Unterkunft bei Pflegeltern oftmals die geeignete Hilfeform. Deshalb würden wir gerne noch mehr Pflegeltern gewinnen“, betonte Stefan Biehl. Familien, Paare oder Singles können sich jederzeit an das Jugendamt Rastatt wenden. Je nach Alter der Kinder oder Jugendlichen erhalten die Pflegeeltern ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 848 bis 998 Euro für Sachaufwand, Pflege und Erziehung. Darüber hinaus unterstützt das Jugendamt die Pflegeeltern im Einzelfall durch Beihilfen und Zuschüsse (zum Beispiel bei besonderen Anlässen, wie Einschulung des Pflegekindes).

Jugendliche müssen 75 Prozent ihres Einkommens abgeben

Auch einen besonderen Wunsch nahm Kai Whittaker mit nach Berlin. Aktuell müssen Jugendliche, die bei Pflegeeltern oder in Heimen untergebracht sind, 75 Prozent ihres Einkommens an das Jugendamt abgeben, da ihr Aufenthalt auch mit staatlichen Mitteln finanziert ist. Für die betroffenen Jugendlichen, die Zeitung austragen oder eine Lehre machen, sei das aber sehr demotivierend, berichtete Gerald Maisberger.

Wer gern ein Pflegekind oder einen Jugendlichen bei sich zuhause aufnehmen will, kann sich telefonisch unter der Rufnummer 07222 3812252 an das Jugendamt des Landkreises Rastatt wenden.

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