Sonntag,29. März,2020

FFF: “Klimanotstand ist nicht Ausdruck einer Hysterie”

Der am 12. Dezember dieses Jahres öffentlich geführten Debatte und Abstimmung zu den Anträgen der Grünen- und SPD-Fraktionen im Rastatter Gemeinderat über die Ausrufung des Klimanotstandes (RA today berichtete) steht Fridays For Future Rastatt (FFF) kritisch gegenüber. Das teilten die jungen Umweltaktivisten jetzt in einem Schreiben mit. Solle das in Paris gesteckte Ziel, die Erdüberhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen, erreicht werden, müsse auch Rastatt einen aktiven Part einnehmen.

“Einerseits begrüßen wir, dass sich der überwiegende Teil des Gemeinderats in der Debatte für Klimaschutz in Rastatt ausgesprochen hat. Andererseits ist der Beschluss über eine regelmäßige Überprüfung der Klimapolitik und einen Austausch mit Fachleuten angesichts der anbahnenden Klimakatastrophe nur als Teilerfolg zu betrachten”, so die Jugendlichen. Bei Fridays For Future Rastatt herrsche der Eindruck, dass sich der Großteil der Fraktionen mit vereinzelnden Projekten für mehr Klimaschutz zufrieden stelle. “Wir fordern jedoch nicht mehr Klimaschutz, sondern ausreichenden Klimaschutz, und das auch hier vor Ort”, betonen die Aktivisten.

“Verpflichtendes Kontrollelement”

“Wir sind enttäuscht über die Ablehnung der Ausrufung des Klimanotstandes in Rastatt. Der Klimanotstand ist nicht, wie in der Debatte vorgeworfen wurde, Ausdruck einer Hysterie. Er bildet die Realität ab und ist Grund für weltweite Proteste hunderttausender Menschen. Uns ist klar, dass der Begriff alleine nicht ausreichen wird. Er würde jedoch als selbst verpflichtendes Kontrollelement über der Klimapolitik der Stadt Rastatt stehen, die sich den Herausforderungen des Klimawandels stellen muss”, sind die Jugendlichen überzeugt.

Aktivisten laden Fraktionen zu Gespräch

„Kipppunkte, bei denen wir die Kontrolle über das Klima verlieren, rücken immer näher. Aus diesem Grund muss endlich gehandelt werden“, sagt Christopher Witulla von Fridays For Future Rastatt. Die Gruppe lädt nun alle Fraktionen des Rastatter Gemeinderats, die “die wissenschaftlichen Fakten des Klimawandels nicht leugnen”, im Jahr 2020 zu einem Gespräch ein. Im Dialog wollen sie mit den Fraktionen beraten, wie ausreichender Klimaschutz in Rastatt ermöglicht werden kann. “Das heißt für uns ganz klar, dass Rastatt bis 2035 klimaneutral werden muss”, so die Aktivisten abschließend.

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