Montag, 21. September, 2020

Gesichtsschilde schützen nicht vor Infektion mit Coronavirus

In einigen Einzelhandelsgeschäften schützen sich die Mitarbeiterinnen mit Gesichtsvisieren. Das ist für sie angenehmer als das Tragen einer Mund-Nasen-Maske. Die Kunden aber werden dadurch nicht wirksam vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus bewahrt. “Ein Gesichtsschild oder Faceshild entspricht nicht einem Mund-Nasenschutz im Sinne von § 3 Absatz 1 der Corona-Verordnung des Landes, erklärt Gerrit Bopp vom Verwaltungsstab Coronavirus des baden-württembergischen Sozialministeriums.

“Schutzschild fehlt Filterwirkung der Ausatemluft”

“Schutzschilde sind lediglich eine Art Spuckschutz oder Schutzbrille. Sie eignen sich als zusätzliche Komponente der persönlichen Schutzausrüstung für Tätigkeiten, bei denen es spritzt. Beim alleinigen Einsatz eines Schutzschildes fehlt eine Filterwirkung der Ausatemluft, wie sie bei Gewebe gegeben ist. Insofern ist ein Schutzschild – wie ein Motorradhelm – als ungeeignet anzusehen”, so die Auskunft aus Stuttgart.

“Keine Schutzwirkung gegen Coronatropfen”

Martin Höfer, Teamleiter Hygienekontrolldienst des Landratsamtes Rastatt, teilt diese Auffassung. “Das Schutzschild ist im medizinischen Bereich als Teil einer Schutzausrüstung mit darunter getragener FFP 2/3 Maske zu sehen. Das Tragen des Schutzschildes alleinig stellt keine Schutzwirkung gegen Coronatropfen dar, da Nies- und Hustenpartikel ungefiltert zwischen Schild und Gesichtsoberfläche austreten können”, teilte er auf Anfrage von RA today mit.

“Mund-Nasen-Schutz in Kitas nicht zwingend erforderlich”

Warum hat dann die Stadtverwaltung Rastatt – wie vor wenigen Tagen berichtet – die pädagogischen Fachkräfte ihrer vier Kitas mit Gesichtsschilden ausgerüstet, ohne das zusätzliche Tragen einer Alltagsmaske anzuordnen? “Nach unserer Landesverordnung ist das Tragen von Mund-Nasenschutz in Kitas nicht zwingend erforderlich”, sagt die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg. “Seitens der Stadt Rastatt haben wir dennoch Masken und Visiere besorgt, damit die Erzieherinnen die Möglichkeit haben, die Kinder durch das Tragen der Masken zusätzlich vor Infektionen zu schützen. Da kleine Kinder jedoch teilweise ängstlich auf Erwachsene mit Maske reagieren, halten wir Visiere für die bessere Alternative.”

Keine Durchmischung der Gruppen

Die pädagogischen Fachkräfte achten darauf, dass alle ihre Schützlinge regelmäßig und gründlich die Hände waschen und möglichst keine Durchmischung der Gruppen stattfindet. Außerdem dürfen die Kita-Außenbereiche nur zu bestimmten Zeiten von einzelnen Gruppen genutzt werden oder werden räumlich abgetrennt. Türklinken oder Tischoberflächen werden täglich gesäubert, bei Bedarf auch mehrmals am Tag. Die Sanitärbereiche werden laut Stadtverwaltung ebenfalls regelmäßig gründlich gereinigt.

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