Montag, 21. September, 2020

IG Metall Gaggenau sieht noch keine Zeichen der Entspannung

Dass in zahlreichen Unternehmen der Region die Produktion wieder läuft, ist für die IG Metall Gaggenau noch kein Zeichen der Entspannung. Denn in vielen Betrieben sei weder die Auslastung hoch noch der Auftragsbestand so gut, dass man von einer Erholung sprechen könne. Kurzarbeit müsse daher auch weiterhin “als Instrument zum Halten von Beschäftigung” genutzt werden.

Die Wirtschaftsforschungsinstitute gingen zwar davon aus, dass die Talsohle erreicht sei. „Ob das tatsächlich so ist, werden wir aber erst in den kommenden Wochen oder sogar Monaten beurteilen können“, meint die 1. Bevollmächtigte Claudia Peter. Ein Betrieb in der Region schließe bereits in naher Zukunft seine Tore für immer: Polytec Industrielackierungen in Rastatt. Diese Entscheidung habe die Geschäftsleitung jedoch bereits vor Beginn der Coronakrise getroffen.

“Eklatante Missachtung der Mitbestimmung”

„Das Angebot einer Transfergesellschaft soll den Beschäftigten von Polytec die Chance bieten, sich für den Arbeitsmarkt noch mal gut zu rüsten“, erklärt Bodo Seiler, der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau. Ob die endgültige Schließung tatsächlich am 30. Juni erfolge, bezweifle der Betriebsrat jedoch. Unverständnis gebe es außerdem über eine “eklatante Missachtung der Mitbestimmung”, berichtet Bodo Seiler. Beschäftigte seien angewiesen worden, an einem Feiertag zu arbeiten, obwohl dies nicht genehmigt gewesen sei. „Es ist für uns unverständlich, dass wir uns nun noch um so ein Thema streiten müssen“, so Betriebsratsvorsitzender Serge Krämer.

Pauschales Absenken von Standards keine Lösung

Erfolgreich abgewehrt habe die IG Metall Baden-Württemberg den aktuellen Angriff des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall auf den Flächentarifvertrag, geht Claudia Peter auf ein anderes aktuelles Thema ein. Das pauschale Absenken von bisherigen Standards sei aus Sicht der Gewerkschaft keine Lösung für Wirtschaftskrisen. „Wenn einzelne Betriebe durch die schwierige Lage tatsächlich in eine Schieflage kommen, muss auf der betrieblichen Ebene nach Ursachen und Lösungen gesucht werden“, verdeutlicht die 1. Bevollmächtigte. Die IG Metall habe sich hierzu nie Lösungsmöglichkeiten verweigert.

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