Sonntag, 9. August, 2020

Karsten Mußler übt scharfe Kritik an Amtskollegen Julian Christ

Mangelnde Transparenz und fehlende Kollegialität wirft Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler seinem Gernsbacher Amtskollegen Julian Christ vor. Grund der Entrüstung ist die jüngste Versammlung des Wasserverbands Vorderes Murgtal (WVV). Julian Christ habe als Verbandsvorsitzender seinen Stellvertreter Karsten Mußler nicht über Entscheidungen informiert, die die Zukunft des WVV betreffen, heißt es aus dem Kuppenheimer Rathaus. Dem Wasserversorgungsverband gehören die Städte Gernsbach, Gaggenau, Kuppenheim und Rastatt an.

Bislang sei es in der über 50-jährigen Historie des WVV selbstverständlich und unstrittig gewesen, dass wichtige Entscheidungen gut vorbereitet, offen und unter Einbeziehung der jeweiligen Gemeinderäte getroffen worden seien. Leider würden diese Prinzipien seit der Übernahme der Verbandsführung durch Julian Christ wohl nicht mehr gelten, so Karsten Mußler in einer Presseerklärung.

Von der bereits am 7. Oktober gefällten Entscheidung, dass die Stadtwerke Gaggenau künftig die Verbandsverwaltung übernehmen, habe er erst am 25. Oktober erfahren, sagt Karsten Mußler. Aus seiner Sicht ein Unding. Er sieht die intransparente Vorgehensweise des Verbandsvorsitzenden als bedenklich an, der hinter seinem Rücken agiere. Vor allem nachdem dieser angestrengt habe, über die zukünftige Entwicklung des WVV nachzudenken und gleichzeitig die Investitionen in die Infrastruktur auf ein zwingend notwendiges Maß zu reduzieren, um keine “unwiederkehrbaren Fakten” zu schaffen.

Verbandsvorsitzender Julian Christ will die Ausgaben des WVV auf ein notwendiges Maß beschränken. Aktivkohlefilter, wie im Wasserwerk Rauental, sollen jedoch nachgerüstet werden. Archivfoto: Laura Herteux

Karsten Mußler sieht die Entwicklungen im Verband mit großen Bedenken. Denn auch weiterhin müssten die Wasserversorger in neue Anlagen und Filter zur Trinkwasseraufbereitung investieren. Vor allem, da sich die Richtwerte im Hinblick auf die PFC-Belastung verschärften. Zudem fasse Julian Christ alternative Versorgungsvarianten ins Auge, was eine Auflösung des Wasserverbandes bedeuten könnte.

Im Gernsbacher Rathaus hält man sich zu den Vorwürfen des stellvertretenden Verbandsvorsitzenden bedeckt. Bürgermeister Julian Christ werde sich zu internen Angelegenheiten des WVV nicht äußern, teilt die Pressesprecherin der Stadt auf Anfrage von RA today mit.

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