Samstag,28. März,2020

Kurzarbeit wegen Corona: Über 17.000 Beschäftigte zu Hause

Seit Montag dieser Woche sind rund 17.000 Beschäfte der Betriebe im Zuständigkeitsbereich der IG Metall Gaggenau zu Hause. Das gaben jetzt 1. Bevollmächtigte Claudia Peter und 2. Bevollmächtigter Bodo Seiler von der IG Metall Gaggenau in einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch bekannt.

Teilweise würden Urlaub und Zeitkonten abgebaut, beispielsweise in den Mercedes-Benz-Werken Rastatt und Gaggenau, in anderen Firmen werde kurzgearbeitet. „Die Betriebe sind leer“, machte Claudia Peter die Situation deutlich. Lediglich einen Notdienst gebe es in den betroffenen Firmen. In den nächsten Tagen werde es in weiteren Betrieben ebenfalls um Kurzarbeit oder Produktionsunterbrechung gehen, kündigte Claudia Peter an. Es sei damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter weiter erhöhe.

Doch es gebe auch Ausnahmen. Bei dem in Rastatt ansässigen Unternehmen Getinge werde derzeit sogar samstags gearbeitet. Der Unternehmenszweig Medicomp stellt Herz-Lungen-Maschinen her. Diese würden aktuell wegen der Corona-Pandemie verstärkt nachgefragt, sodass Sonderschichten gefahren werden müssten, sagt Claudia Peter.

Bei Getinge in Rastatt läuft es derzeit prächtig. Foto: Florian Bayer

Win-win-Situation

Kurzarbeit sei ein wichtiges Instrument zur Absicherung der Arbeitsplätze, betont Claudia Peter. Für Arbeitnehmer und Betriebe sei dies eine Win-win-Situation: Die Beschäftigten arbeiteten weniger oder gar nicht und seien trotzdem finanziell abgesichert, wenn auch mit bis zu 40 Prozent Einbußen beim Nettoentgelt. Die Betriebe erhielten für den Teil der nicht gearbeiteten Zeit von der Agentur für Arbeit Kurzarbeitsgeld in Höhe von 60 bis 67 Prozent und würden dadurch teilweise entlastet. Die Sozialversicherungsbeiträge übernehme in der aktuellen Situation die Agentur für Arbeit, und auch Leiharbeitnehmer könnten in die Kurzarbeit einbezogen werden.

60 bis 67 Prozent des Nettoentgelts

So lange Urlaub und Zeitkonten genutzt werden, gibt es keinerlei finanzielle Einbußen. Sind die Beschäftigten aber in Kurzarbeit, bekommen sie 60 bis 67 (mit Kindern) Prozent des Nettoentgelts. Arbeiten sie in tarifgebundenen Unternehmen, erhalten sie eine gestaffelte Aufzahlung auf die Höhe des Kurzarbeitsgeldes. Diese variiert je nach Arbeitsausfall, es sind mindestens 80,5 Prozent des Nettoeinkommens abgesichert.

IG Metall bietet Rat und Hilfe

„Es ist wichtig, dass die Mitglieder wissen, dass sie sich an uns wenden können, dass keine Frage zu viel gestellt oder zu dumm ist“, betont Claudia Peter. Die Geschäftsstelle sei telefonisch (07225 96870) oder per E-Mail (gaggenau@igmetall.de) zu erreichen. Auf der Website der IG Metall Gaggenau werden häufig gestellte Fragen rund um die Kurzarbeit beantwortet. Auch mit Videobotschaften auf YouTube und Twitter (igmetallgaggenau) und per Telegram (IGMGaggenaubot) versucht die IG Metall ein Stück näher mit ihren Mitgliedern zusammenzurücken. „Das ist in einer Krisensituation der Kitt, der uns zusammenhält“, findet Claudia Peter.

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