Dienstag,10. Dezember,2019

Merzeau-Gelände wird nicht zum Erstaufnahmelager

Seit mehr als 20 Jahren hat der Zirkus Bely nun schon sein Winterquartier auf dem Rastatter Merzeau-Gelände in der Kehler Straße. Kinder wurden dort groß, gingen in der Stadt zur Schule. „Wir fühlen uns als Rastatter Bürger“, sagt Marina Frank, die bereits seit über 30 Jahren in der Barockstadt lebt.

Doch nun muss die Artistenfamilie umziehen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die für das Merzeau-Gelände verantwortlich ist, habe den Mietvertrag mit dem Zirkus und auch anderen Mietern gekündigt, berichtet Marina Frank. Der Grund: Auf dem Gelände solle gebaut werden. Eventuell sollen auch Geflüchtete dort einziehen.

Oberbürgermeister lehnt Zentrum an diesem Standort ab

Tatsächlich fand ein Gespräch zwischen Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder und dem Rastatter OB Hans Jürgen Pütsch statt, in dem die beiden diskutierten, ob das Merzeau-Gelände als Standort für ein Erstaufnahmelager infrage kommen könnte. Das Land hat mehrere dieser Zentren geschlossen und ist nun auf der Suche nach neuen Orten, die man dafür nutzen könnte. Der Oberbürgermeister erteilte Sylvia M. Felder jedoch eine Absage. Die Stadt will die Fläche für Wohnbebauung nutzen. Damit sei die Idee vom Tisch, bestätigte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe.

Bima: „Möglicherweise“ kommt Kündigung für Zirkus Bely

Die Artistenfamilie kann in diesem Jahr noch ihr Winterquartier nutzen. Doch im kommenden Jahr müssen sie sich eine neue Bleibe für die kalten Tage suchen. Warum die Kündigung bereits jetzt erfolgte, auch wenn die Bauvorhaben noch lang nicht besiegelt sind, beantwortet die Bima auf Rückfrage von RA today nur ausweichend.

„Die Gelände der ehemaligen Merzeau Kaserne und Peré Kaserne im Süden von Rastatt, bilden eine Einheit. Die Stadt Rastatt und die Bima beabsichtigen, das Gesamtgelände städtebaulich zu entwickeln. Im Einvernehmen mit der Stadt sollen die Nutzungsverhältnisse dazu mittelfristig beendet werden. Aus diesem Grund hat die Bima im Juli 2019 alle Nutzer schriftlich darüber informiert, dass möglicherweise eine Kündigung für das Jahr 2020 erfolgt. Auf diese Weise möchte sie den Nutzern frühzeitig die Gelegenheit geben, sich neue Standorte zu suchen. Ob und wann Kündigungen in 2020 ausgesprochen werden, steht derzeit noch nicht fest. Sollten Kündigungen erforderlich sein, wird die Bima den Nutzern großzügige Räumungsfristen gewähren.

Unabhängig von der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung des Geländes ist es aus Gründen der Verkehrssicherung dringend notwendig, Gebäude abzureißen. Dies betrifft auch die vom Zirkus Bely genutzte Halle. Die Eigentümerin des Zirkus wurde darüber informiert, dass eine Kündigung im Laufe des Jahres 2020 erfolgen wird. Derzeit steht noch nicht fest, wann die Halle oder andere betroffene Gebäude abgerissen werden. Die Bima wird die jeweilige Maßnahme mit den Nutzern abstimmen und ihnen dort, wo es möglich ist, Ersatzgelände anbieten“, so ein Sprecher der Bundesanstalt.

Wer weiß ein Ersatzquartier?

Über Ideen und Unterstützung aus der Bevölkerung ist die Zirkusfamilie dankbar. Wer einen Ort weiß, wo Mensch und Tier in den Wintermonaten künftig ihr Lager aufschlagen können, kann sich per E-Mail an circus-bely@gmx.de oder telefonisch unter der Rufnummer 01727292093 melden.

RA today: Die Familie sucht nun eine neue Bleibe für die Wintermonate. Foto: Lars Brandenburg
Die Familie sucht nun eine neue Bleibe für die Wintermonate. Foto: Lars Brandenburg

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