Samstag,22. Februar,2020

Neue landesweite Initiative gegen Motorradlärm gestartet

Den Motoradläm spürbar zu reduzieren, das fordern jetzt 74 Städte und Gemeinden sowie sieben Landkreise in Baden-Württemberg von der Europäischen Union, der Bundesregierung, den Herstellern der Fahrzeuge und von Bikern. Unterstützt werden die Kommunen von Verkehrsminister Winfried Hermann und dem Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung Thomas Marwein. Mitglieder der Initiative sind auch die Städte Gaggenau, Gernsbach und Baden-Baden.

Mit gemeinsamer Stimme für mehr Ruhe

Motorradlärm ist ein zunehmendes Problem in vielen Gemeinden Baden-Württembergs, insbesondere in den landschaftlich reizvollen, bergigen und touristischen Gebieten. Ziel der „Initiative Motorradlärm“ ist es, dass jeder in seiner Verantwortung und Zuständigkeit dazu beiträgt, dass Motorräder ruhiger werden, dass sie leiser gefahren werden und rücksichtsloses Fahren deutliche Folgen hat. Dazu gehört auch, dass das Land und die Kommunen mehr rechtliche Möglichkeiten erhalten, Motorradlärm einzudämmen.

„Die Genehmigungs- und Zulassungsregelungen schützen nicht genug vor Motorradlärm! Auf EU-Ebene müssen niedrigere Lärmgrenzwerte und realitätsnahe Messzyklen geschaffen werden. Auf Bundesebene muss die Straßenverkehrsordnung angepasst werden. In den nächsten Monaten soll die Initiative mit einem entsprechenden Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht werden“, sagte der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung.

Zehn Forderungen hat die Initiative formuliert, die sie nun an Entscheidungsträger auf Bundes- und europäischer Ebene herantragen wird:

Motorräder müssen leiser werden

  • Genehmigungs- und Zulassungsregeln müssen überarbeitet werden
  • Hersteller und Händler sollen leisere Motorräder produzieren und anbieten
  • Umstieg auf nachhaltige und lärmarme Mobilität, insbesondere Motorräder mit Elektroantrieb

Motorräder müssen leiser gefahren werden

  • Motorradfahrer sollen rücksichtsvoll und leise fahren
  • Stärkere polizeiliche Verkehrsüberwachung und Ausweitung der rechtlichen, technischen und personellen Kontrollmöglichkeiten
  • Geschwindigkeitsbeschränkungen und Verkehrsverbote an Wochenenden und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes in besonderen Konfliktfällen müssen möglich sein

Rücksichtsloses Fahren muss deutliche Folgen haben

  • Höhere Bußgelder für vorsätzlich lärmerzeugende Fahrweise und Manipulationen am Motorrad
  • Der Bund soll eine Lösung finden, sogenannte Raser oder Belästiger zu bestrafen
  • Alternativ soll der Bund die Einführung einer Halterhaftung prüfen
  • Pflicht zur Führung eines Fahrtenbuchs

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