Mittwoch,1. April,2020

Studie deckt Schwachstellen im Kombibad-Konzept auf

Platzt der Traum vom Rastatter Kombibad? Der Bau kostet nicht nur erheblich mehr als bisher gedacht. Auch der Betrieb ist aufwendiger als erwartet. Das bedeutet, dass das Kombibad fast eine Million Euro mehr Bezuschussung erfordert als die beiden heutigen Bäder Alohra und Natura zusammen. Der bisher als Vorteil genannte Synergieeffekt ist demnach nicht gegeben. Das ist das Ergebnis einer Studie der Altenburg Unternehmensberatung (Düsseldorf).

Kostenobergrenze 40 Millionen Euro

Rund 50 Millionen Euro teuer könnte die neue Rastatter Badewelt werden. Diese Zahl präsentierte die Verwaltung jetzt dem Gemeinderat. Die jüngste Kosteneinschätzung ging noch von 34,4 Millionen Euro aus. Eine valide Kostenschätzung liegt immer noch nicht vor. Diese ist aber Voraussetzung für den Start des Architektenwettbewerbs. Angesichts dramatischer Einbrüche auf der Einnahmenseite, vor allem bei der Gewerbesteuer, und weiter steigender Kosten stellt man sich im Rathaus die Frage, was sich die Stadt überhaupt leisten kann. Sowohl Verwaltung als auch die Altenburg-Studie nennen als Ziel eine Kostenobergrenze von 40 Millionen Euro.

Das Thema soll nun am 9. März auf die Tagesordnung des Technischen Ausschusses und dann in den Gemeinderat kommen. Bis dahin wird die Verwaltung die bisherigen Pläne einer Schlankheitskur unterziehen müssen. Laut Bürgermeister Raphael Knoth könnten unter anderem der Sprungturm und die Sauna dran glauben müssen.

Kritik an Wasserflächen

Die Altenburg Unternehmensberatung kritisiert insbesondere das Kapazitätskonzept des neuen Kombibades. Zwar sei die Grundsatzentscheidung für ein Kombibad anstelle von zwei separaten Badstandorten uneingeschränkt zu befürworten. In der jetzt vorgesehen Form macht die Studie aber mehrere Schwachstellen aus: So seien die Wasserflächen kaum multifunktional nutzbar, besonders ineffizient sei das Springerbecken mit 500 Kubikmetern Volumen, die nahezu ausschließlich für das Springen zur Verfügung stehen. Die für Schulen, Vereine und Kurse verfügbare Nichtschwimmerwasserfläche sei mit 200 Quadratmetern im Vergleich zur Schwimmerwasserfläche sehr gering.

Unter ökologischen Gesichtspunkten problematisch

Das Nichtschwimmerbecken soll geteilt nutzbar sein, in der Praxis sei dies aber kaum machbar, da die Zielgruppen (zum Beispiel Schulen und Kurse) sich störten, so die Altenburg-Studie. Das Kleinkinderbecken fällt mit 27 Quadratmetern sehr klein aus (bisher im Alohra 19 Quadratmeter). Dagegen ist das Ganzjahresaußenbecken extrem groß, was nicht nur unter wirtschaftlichen, sondern auch unter ökologischen Gesichtspunkten sehr problematisch sei.

“Überdimensioniertes Produkt”

Die Altenburg-Studie spricht von einem „aus Besuchersicht überdimensionierten Produkt“ mit Schwächen für die Zielgruppen Schulen/Vereine sowie Kursnutzer. „Die erheblichen Chancen eines Kombibades bezüglich Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit werden nicht ansatzweise genutzt“, so das ernüchternde Fazit der Experten.

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