Mittwoch,23. Oktober,2019

Die Vollendung des Joffre-Parks ist noch nicht absehbar

Das Werbeschild für die Neue Ludwigvorstadt, auch Joffre-Park genannt, lässt es schon erahnen: Auf dem Gelände der ehemaligen französischen Kaserne läuft es nicht so wie geplant. Seit Monaten klafft in der Tafel eine Lücke. Niemand scheint auf die Idee zu kommen, das herabhängende Teil wieder zu befestigen. Denn die Verantwortlichen haben ganz andere Sorgen.

Wann das Grundstück zwischen Dionys-Mellert-Straße und Karlstraße bebaut wird, ist unklar. Foto: Lars Brandenburg
Wann das Grundstück zwischen Dionys-Mellert-Straße und Karlstraße (links) bebaut wird, ist unklar. Foto: Lars Brandenburg

Vor sieben Jahren hatte die Falk-Gruppe mit Sitz in Offenburg das Areal im Dörfel erworben und eigens die Joffre-Park Entwicklungs GmbH gegründet, um das Neubaugebiet rasch zu realisieren. Am Anfang ging die Erschließung der 7,5 Hektar großen Fläche auch schnell voran. Dann aber trennte sich die Falk-Gruppe von den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden. „Wir wollten den Joffre-Park schnell entwickeln, hatten dafür aber nur beschränkte Kapazitäten“, begründete jetzt Vertriebs- und Projektleiter Oliver Schäfer gegenüber RA today den Verkauf. Der Käufer aber ließ sich Zeit und veräußerte schließlich ein Gebäude nach dem anderen.

Die u-förmig angelegten Stallungen sollten eigentlich zu Reihenhäusern werden, auf der Fläche im Innenbereich waren bisher Einfamilienhäuser geplant. Foto: Lars Brandenburg

Inzwischen hat der neue Eigentümer des denkmalgeschützten Bauwerks mit dem markanten Glockenturm seine Aufgabe erfüllt und dort Mietwohnungen realisiert. Auch die drei früheren Mannschaftsgebäude an der Bahnlinie haben einen neuen Investor gefunden, die Umbauarbeiten laufen seit geraumer Zeit.

Zwei Mehrfamilienhäuser fehlen noch

Wann aber die früheren Stallungen und das dazwischen liegende Grundstück in Angriff genommen werden, ist unklar. Dort sollten ursprünglich Reihen- und Einfamilienhäuser entstehen. Auch auf der Fläche zwischen den Neubauten an der Dionys-Mellert-Straße und der Karlstraße gegenüber der Arbeitsagentur gibt es keine Bewegung. Dort sind eigentlich zwei große Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Der Eigentümer dieses Grundstücks scheint daran aber kein Interesse (mehr) zu haben.

Straßen-Asphaltierung vorgezogen

Die Falk-Gruppe würde ihr Vorzeigeprojekt Neue Ludwigvorstadt gerne vollenden. Wie Oliver Schäfer betonte, könne man sich inzwischen vorstellen, alle Bauten und die Fläche an der Karlstraße wieder in das eigene Eigentum zu überführen. Ob es dazu kommt, ist aus heutiger Sicht allerdings fraglich. Daher hat die Falk-Gruppe auch damit begonnen, alle Straßen im Joffre-Park zu asphaltieren. Diese Maßnahme sollte eigentlich erst am Ende der Erschließung erfolgen, wurde jetzt aber in Abstimmung mit der Stadt Rastatt vorgezogen.

RA today - Forum Rastatt
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