Dienstag,19. November,2019

Was kann man tun, wenn der Hund entlaufen ist?

Plötzlich alleine. Am Wegesrand, wo eben noch der geliebte Vierbeiner vergnügt schnüffelte, ist nun niemand mehr zu sehen. Hinten am Waldrand verschwindet allerdings gerade ein hellbraunes Tier im Dunkel des Waldes. Es ist der Alptraum eines jeden Hundehalters: Vor Schreck oder weil er eine spannende Spur gefunden hat, entläuft der Vierbeiner beim Spaziergang. Obwohl er eigentlich vorbildlich hört und noch nie weggelaufen ist.

Ruhe bewahren!

Der wichtigste Hinweis in solch einer Situation lautet immer: Ruhe bewahren. Natürlich handelt es sich um eine Ausnahmesituation, doch wenn nun auch der Tierhalter in Panik verfällt, macht dies die Lage noch schlimmer. Daher sollte man dem Hund auch nicht kopflos hinterherrennen. Es besteht keine Chance, ihn einzuholen und das Tier könnte noch mehr Angst bekommen, wenn nun auch noch die vertraute Person panisch hinter ihm herrennt.

„Wir empfehlen Tierhaltern daher zunächst, an der Stelle zu bleiben, an der der Hund entlaufen ist“, sagt Sabrina Falke, Mitarbeiterin des Haustierregisters TASSO. „Häufig kommen die Hunde nach einer Zeit an genau diese Stelle zurück“, weiß sie zu berichten. Wenn der Vierbeiner auf der üblichen Gassirunde entlaufen ist, kann es auch sein, dass er den Weg nach Hause einschlägt. Am besten informieren Tierhalter von unterwegs aus eine weitere Person, die schaut, ob der Hund zurückgefunden hat.

RA today: Läuft der Vierbeiner plötzlich los, sollte man ruhig bleiben und ihm nicht panisch hinterherhechten. Foto: Florian Bayer
Läuft der Vierbeiner plötzlich los, sollte man ruhig bleiben und ihm nicht panisch hinterherhechten. Foto: Florian Bayer

Bei TASSO und der Polizei anrufen

Während des Wartens sollten wichtige Ansprechpartner informiert werden. Das bedeutet: Den Hund bei TASSO als entlaufen melden und auch der Polizei Bescheid geben. Letzteres sollte jedoch nicht über die Notrufnummer 110, sondern über die Nummer der jeweiligen Dienstelle geschehen, um den Notruf freizuhalten. Auch umliegende Tierheime und eventuell der Förster oder Jagdpächter sollten informiert werden.

Geruchsspur beachten

Wer sich selbst vom Ort des Entlaufens aus auf die Suche begibt, sollte sternenförmig die Umgebung absuchen und immer wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, bevor eine andere Richtung eingeschlagen wird. So kann der Hund einer geraden Geruchsspur folgen und wird zum Ausgangspunkt zurückgeleitet. Das funktioniert nicht, wenn sein Mensch kurz und quer umher läuft und überall Duftspuren hinterlässt. Aus diesem Grund sollten auch Autobahnen, Bahntrassen und andere gefährliche Orte gemieden werden. Denn es besteht die Gefahr, dass der Hund die Spur irgendwo aufnimmt, ihr folgt und sich in Gefahr begibt.

RA today: Auch wenn er eigentlich vorbildlich hört und noch nie weggelaufen ist, kann es immer sein, dass ein Hund wegrennt, beispielsweise wenn er die Fährte eines Hasen aufgenommen hat. Foto: Florian Bayer
Auch wenn er eigentlich vorbildlich hört und noch nie weggelaufen ist, kann es immer sein, dass ein Hund wegrennt, beispielsweise wenn er die Fährte eines Hasen aufgenommen hat. Foto: Florian Bayer

Kleidungsstück hinterlassen

Wenn die Suche vor Ort schließlich erst einmal aufgegeben werden muss und der Tierhalter die Umgebung verlässt, kann es sinnvoll sein, ein Kleidungsstück mit einem vertrauten Geruch zurückzulassen. Wenn das Tier doch noch kommt, riecht es seinen Menschen und bleibt eher in der Nähe. „Ich rate den Tierhaltern zum Beispiel oft, Socken zurückzulassen“, sagt Sabrina Falke. „Das klingt zwar zunächst albern, aber sie riechen sehr intensiv nach dem Menschen und schließlich hat man ja meistens welche an.“

RA today: Wer die Suche schließlich vorerst aufgeben muss, sollte eine Socke oder ein anderes Kleidungsstück hinterlassen. Symbolfoto: ptra
Wer die Suche schließlich vorerst doch aufgeben muss, sollte eine Socke oder ein anderes Kleidungsstück hinterlassen. Symbolfoto: ptra / pixabay

Weiterhin ist es sinnvoll, zu Hause das Gartentor offenstehen zu lassen, falls der Vierbeiner zum Beispiel in der Nacht noch zurückfindet. Auch dann kann ein nach dem vertrauten Mensch riechendes Kleidungsstück für den Hund ein wichtiges Zeichen dafür sein, dass er richtig ist.

Wenn das gesuchte Tier gesichtet wird, ist ebenfalls Ruhe gefragt. Der Vierbeiner befindet sich in einer absoluten Ausnahmesituation und wird vermutlich nicht so reagieren wie sonst. Lautes Schreien und Weinen könnte ihn wieder wegtreiben. TASSO rät daher, sich betont ruhig zu verhalten, sich hinzuknien, dem Hund die Seite hinzuwenden und ihn ganz ruhig und vorsichtig anzulocken.

App Tipp-Tapp hilft weiter

Um Tierhalter bei der Suche nach ihrem entlaufenen Tier zu unterstützen, hat TASSO eine kostenlose App entwickelt, die Suchmeldungen für einen festgelegten Standort direkt auf dem Smartphone anzeigt. So können noch mehr Menschen die Augen nach entlaufenen Tieren offenhalten und sofort über die App melden, wenn sie einen vermissten Hund oder eine vermisste Katze gesehen haben. Sie kann im App-Store und unter Google Play heruntergeladen werden. Der Halter kann, wenn er sein Tier als vermisst meldet, entscheiden, in welchen Kanälen die Suchmeldung veröffentlicht wird.

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