Samstag, 15. August, 2020

Zu wenig Schwimmunterricht: SPD sorgt sich um Schüler

An jeder vierten Grundschule im Land kann kein Schwimmunterricht stattfinden – so lautet das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Kultusministeriums. Hauptgrund ist zumeist, dass es aufgrund des Bädersterbens in den Städten und Gemeinden einfach kein Schwimmbad mehr in der Nähe gibt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Jonas Weber hat nun nachgefragt, wie die Situation im Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden konkret aussieht und ernüchternde Antworten erhalten.

Im gesamten Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden findet bei 65 Schulen, die an der Erhebung teilgenommen haben, lediglich an 39 Einrichtungen Schwimmunterricht statt und nur an 30 Schulen wird dieser vollumfänglich angeboten. „Das sind definitiv zu wenig! Es kann nicht sein, dass Kinder heute in so vielen Schulen nicht mehr schwimmen lernen“, moniert Jonas Weber und betont: „Wir würden ja auch nicht zusehen, wenn nicht überall Mathe unterrichtet werden könnte – bei der Sicherheit unserer Kinder dürfen wir genauso wenige Abstriche machen. Hier darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden.“

Knapp mehr als die Hälfte der Kinder lernen Schwimmen

Am Ende der Grundschulzeit erreichen gerade mal 437 von insgesamt 809 Schüler der Grundschulen im Landtagswahlkreis Rastatt und 501 von 739 im Landtagswahlkreis Baden-Baden die Basisstufe der Schwimmfähigkeit. Das entspricht laut Jonas Weber einem Anteil von 54 und 61,9 Prozent, obwohl dies im Bildungsplan klar als Lernziel formuliert ist.

Wege zwischen Schule und Bad zu lang

Der SPD-Landespolitiker sieht deutlichen Handlungsbedarf: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass alle Kinder richtig schwimmen können und dafür brauchen wir mehr Schwimmbäder.“ Auch die Transferzeiten für Hin- und Rückfahrt zwischen Schulort und Schwimmbad, die oft als Grund für fehlenden Schwimmunterricht angegeben würden, seien 30 und bis knapp 90 Minuten zu lang.

Antrag der SPD-Landtagsfraktion abgelehnt

In den Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2020/21 hat die SPD-Landtagsfraktion ein Sanierungsprogramm des Landes für Schwimmbäder gefordert. Die Regierungsfraktionen haben den Antrag abgelehnt. Die Städte und Gemeinden bräuchten angesichts des Sanierungsstaus die finanzielle Unterstützung des Landes, sonst blieben und würden weitere Schwimmbäder geschlossen, betont der Landtagsabgeordnete abschließend.

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