Mittwoch,23. Oktober,2019

Zur Untervermietung ist eine Erlaubnis erforderlich

Wer als Mieter seine Wohnung untervermieten will, benötigt immer die Erlaubnis des Vermieters. Geht es um die Wohnung insgesamt, kann dieser die Genehmigung ohne Weiteres versagen. Das gilt auch, wenn die Eltern ausziehen wollen und der Sohn oder die Tochter in der Wohnung bleiben soll. Darauf weist der Deutsche Mieterbund, Mieterverein Baden-Baden und Umgebung, in seinem jüngsten Mitgliedermagazin hin.

Will der Mieter jedoch nur einen Teil seiner Räumlichkeiten untervermieten, ist die Rechtslage für ihn deutlich besser. Er muss jedoch einleuchtende wirtschaftliche oder persönliche Gründe für die Untervermietung nennen können. Gemeint sind Fälle, in denen der Mieter damit seine Kosten für die Wohnung reduzieren will, zum Beispiel indem er nach dem Auszug der Kinder mit einer anderen Person die Wohnung teilt, oder wenn ein Mieter für die Dauer eines beruflichen oder studentischen Auslandsaufenthaltes einige Zimmer untervermieten will. Wichtig ist immer, dass der Mieter mindestens einen Raum für sich reserviert hält.

Nur in seltenen Ausnahmefällen kann der Vermieter der teilweisen Untervermietung der Wohnung oder dem konkret benannten Untermieter seine Zustimmung verweigern, zum Beispiel dann, wenn die Räumlichkeiten dadurch überbelegt wären oder wichtige Gründe gegen die Person sprechen, die einziehen will.

Konkrete Person muss benannt werden

Der Mieter muss einen konkreten Untermieter benennen, aber keine Angaben zu dessen Einkommenssituation machen. Der Vermieter darf die Genehmigung auch nicht von Bedingungen, Auflagen oder Befristungen abhängig machen. Allerdings kann er unter Umständen eine Mieterhöhung fordern.

Verweigert der Vermieter die Erlaubnis zur Untervermietung, kann der Hauptmieter mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Das gilt auch dann, wenn ein Zeitmietvertrag oder ein Vertrag mit Kündigungsverzicht oder -ausschluss abgeschlossen wurde.

Untermietzuschlag

Eine Mieterhöhung in Form eines Untermietzuschlags kann der Vermieter nur fordern, wenn für ihn die Untervermietung sonst unzumutbar wäre, beispielsweise wenn durch die Überlassung an Dritte die Wohnung stark abgenutzt würde oder höhere Betriebskosten anfielen.

Kündigungsschutz für Untermieter

Ist die gesamte Wohnung untervermietet, hat der Bewohner dem Hauptmieter gegenüber den gleichen Kündigungsschutz wie jeder andere Mieter auch. Ist nur ein Teil der Wohnung untervermietet und wohnt der Hauptmieter weiter mit in den Räumlichkeiten, kann dieser ihm im Rahmen der gesetzlichen Gründe und Fristen kündigen. Dies ist auch ohne nähere Angabe von Gründen möglich, dann aber mit einer um drei Monate verlängerten Kündigungsfrist. Hat der Mieter die untervermieteten Zimmer der Wohnung überwiegend selbst möbliert und sind diese an eine Einzelperson vermietet, hat dieser Untermieter praktisch keinen Kündigungsschutz.

Achtung: Auch wer eine Erlaubnis zur Untervermieten hat, kann die Wohnung nicht ohne weiteres als Ferienwohnung zur Verfügung stellen oder über Portale wie Airbnb anbieten. Dafür bedarf es einer besonderen Erlaubnis des Vermieters.

RA today - Forum Rastatt
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